Afrikanische Schweinepest

Kreis Eifelkreis Bitburg-Prüm
Leistungsbeschreibung

Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche bei Haus- und Wildschweinen. Sie wird durch ein anderes Virus als das der Klassischen Schweinepest hervorgerufen. Als Überträger der ASP sind erkrankte Schweine, aber auch virushaltige Tierkadaver, Schlacht- bzw. Speiseabfälle anzuführen.
Die klinischen Anzeichen sind unspezifisch und umfassen hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Atemwegs- und Magen-Darm-Probleme, Blaufärbungen (insbesondere bei Erregung), Festliegen, aber auch plötzliche Todesfälle.
Die klinischen Symptome lassen sich nicht von denen der Klassischen Schweinepest unterscheiden. Im Gegensatz zur Klassischen Schweinepest gibt es aber keinen Impfstoff zum Schutz der Wildschweine und Hausschweine.

In den osteuropäischen Staaten Litauen, Lettland und Estland wurden seit Anfang 2014 Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen festgestellt. Es kam auch zu Ausbrüchen bei Hausschweinen. Unter den betroffenen Hausschweinbeständen befanden sich neben Kleinsthaltungen auch große Betriebe, so ein Bestand in Litauen mit rund 20.000 Tieren. In den betroffenen Regionen (siehe Karte; wöchentlich aktualisiert) gelten Restriktionsmaßnahmen zur Bekämpfung gemäß der Rechtsetzung in der EU.

Seit Mitte der 2010er Jahre ist auch Polen betroffen – 2017 wurden dort bereits 71 Fälle bei Hausschweinen und 303 Fälle bei Wildschweinen gemeldet; die Seuche hat sich hier nunmher bereits bis nach Warschau und darüber hinaus seit 2019 auch bis auf derzieit 10 km an die deutsche Grenze verbreitet.

Ende Juni 2017 machte das Virus einen Sprung von 400 km nach Westen und wurde erstmals bei Wildschweinen in Tschechien festgestellt. Ursache des Ausbruchs waren vermutlich kontaminierte Speisereste – so das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. In unbehandelten, getrockneten, geräucherten oder gepökelten Fleischerzeugnissen hält sich das Virus monatelang – Zeit genug für das Wildschwein, sich an den Speiseresten im Gebüsch zu infizieren.

Am 13.09.2018 wurde der erste Fall von ASP bei toten Wildschweinen in Belgien festgestellt. Betroffen war die Region Wallonie, hier die Gemeinde Etalle. Von hier aus hat sich das Seuchen-Geschehen in Richtung Frankreich ausgebreitet. Nachdem inzwischen über einen Zeitraum von 12 Monaten in den gemaßregelten Gebieten keine Seuchenfälle mehr festgestellt wurdenm konnten die Maßregelungen für Belgien im November 2020 aufgehoben werden.

Am 10. September 2020 wurde ein erster Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein in Brandenburg bestätigt wurde, Inzwischen ist neben Brandenburg auch Sachsen betroffen.

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat eine Risikobewertung zur möglichen Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest erstellt, die bei Bedarf der Lage angepasst wird.

Eine funktionierende Früherkennung von möglichen Einschleppungen nach Deutschland stellt hohe Anforderungen an Schweinehalter, Tierärzte und Jäger, um der Tierseuche im Fall des Falles möglichst wenig Zeit für die Weiterverbreitung zu geben. Die Jägerschaft ist daher durch Tierseuchenrechtliche Anordnung verpflichtet, besonders bei sogenanntem Fallwild und krank erlegtem Schwarzwild Monitoringproben zu entnehmen und zur Untersuchung einzureichen.

Einen Handzettel des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft mit Informationen zur Afrikanischen Schweinepest in deutscher, polnischer, rumänischer und russischer Sprache finden sie auf den Internetseiten des BMEL: http://www.bmel.de/

Weitere Informationen finden sie auf den Seiten des Friedrich-Löffler-Institutes (FLI). bzw, den Seiten des Landesuntersuchungsamtes Koblenz Hier steht im Downloadbereich auch ein Merkbatt über die Entnahme von Proben zur Untersuchune auf ASP/KSP für die Jägeschaft zur Verfügung, ebenso ein Probenegleitschein als beschreibbares pdf-Dokument.

Einen Katalog mit Fragen und Antworten zur ASP finden Sie auf den Seiten des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten.