Wissenswertes zu Streuobstwiesen

Verbandsgemeinde Bitburger Land
Leistungsbeschreibung
Was sind Streuobstwiesen?
Als solche bezeichnen wir die traditionellen Formen des Obstbaus, bei denen Hochstämme verschiedener Obstarten und -sorten, Alters- und Größenklassen auf Grünland stehen und den Eindruck vermitteln, als ob die Bäume zufällig über die Wiese "gestreut?c; seien. Der Name kommt also von der unregelmäßigen Anordnung und Zusammensetzung der Baumbestände her und hat nichts mit den für Obstbäume meist viel zu nassen "Streuwiesen?c; zu tun; diese haben ihren Namen vom dem Mähgut, das wegen seiner schlechten Futterqualität nur als "Streu?c; in den Viehställen verwendet werden konnte.

Die heute als althergebracht empfundenen Strukturen des Streuobstbaus begannen sich erst im 18. und 19. Jahrhundert voll zu entwickeln. Dabei gaben wirtschaftliche Überlegungen den Ausschlag. In der Regel führte die Umstellung nicht direkt zu den uns anvertrauten Baumwiesen, sondern zunächst zu Baumäckern. Erst später wurde dann die oft durch Hanglage und Bäume doppelt erschwerte ackerbauliche Nutzung durch die einfacher zu handhabende Grünlandnutzung ersetzt - dies um so mehr als die Wirtschaftlichkeit der Milchviehhaltung inzwischen erheblich gestiegen war.

Mit dem Aufkommen moderner Produktionsverfahren, der Verteuerung menschlicher Arbeitskraft und unter dem Kostendruck ausländischer Produzenten erwiesen sich die traditionellen Strukturen jedoch als unwirtschaftlich. Die dadurch ab Mitte der fünfziger Jahre ausgelösten Rodungen wurden namentlich dort vorgenommen, wo die Relief-, Klima- und Bo-denverhältnisse entweder eine Umstellung auf moderne Niderstamm-Dichtpflanzungen er-möglichten oder andere Intensivnutzungen einen besseren wirtschaftlichen Erfolg erwarten ließen. Dagegen blieben Streuobstwiesen auf Standorten, die solche Alternativen nicht boten, fast unvermindert erhalten, vor allem in Landschaften mit ausgedehnten Hanglagen. Jedoch ist die Existenz dieser Bestände bedroht, weil die Besitzer nur geringes Interesse an der Fortführung sowohl der obstbaulichen Nutzung als auch der Futtergewinnung haben. Die Bestände sind deshalb meist überaltert, schlecht gepflegt bis hin zur völligen Auflassung und Verbuschung.

Trotz seiner starken geschwundenen wirtschaftlichen Bedeutung für den Einzelbetrieb stellt der Streuobstbau in der Masse auch heute noch einen erheblichen Marktfaktor dar. Für die Verwertungsindustrie bildet er sogar mit Abstand die wichtigste Basis für Rohware. Andererseits drückt der Streuobstbau auf den Markt für Tafelobst mit Früchten meist minderer Qualität und von Jahr zu Jahr schwankenden Erntemengen und beschleunigen den Preisverfall.

Wenn heute trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten das Erhalten von Streuobstwiesen neben den modernen Intensivobstanlagen gefordert wird, sind dafür Gesichtspunkte der Landeskultur, des Umwelt-, Naturschutzes und der Erholungsvorsorge maßgebend. Vielen Menschen ist erst durch die großflächigen Rodungen bewusst geworden, welch vielfältige Funktionen den Streuobstwiesen im Lauf ihrer Entwicklung neben der Produktion von Obst zukommt.

Welche Fördermaßnahmen gibt es?
In den letzten Jahren haben Länder, Kreise und Gemeinden regionale oder lokale Förder-maßnahmen eingeleitet. Außerdem wurden Obst- und Gartenbauvereine, Naturschutz- und spezielle Bürgervereinigungen aktiv. Die Initiativen reichen von Informationsveranstaltungen und -schriften über kostenlose Beratungen bis hin zur Planung, Durchführung und Finanzierung von Pflanzaktionen. Ähnliche Anreize werden teilweise auch von der Verwertungsindustrie geboten.

Sofern Sie weitere Infos wünschen, halten wir eine Infobroschüre für sie bereit.
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